Dörte Ilsabe Dennemann – Kunstvermittlung vor Ort


In welchem Kontext und mit wem zusammen arbeitest Du als Kunstvermittler/In?
Dörte Ilsabe Dennemann:
Ich arbeite in verschiedenen Kontexten und Konstellationen: am Kunstverein Wolfsburg leite ich seit 2010 das Kunstvermittlungsprogramm „Lokale Liaison“ (gegründet von Anne Krause und Claudia Hummel) und 2011 habe ich das Kunstvermittlungsprojekt „ortsgespräch“ von Constanze Eckert und Anna Zosik an der Städtischen Galerie Nordhorn übernommen. „ortsgespräch“ wie auch „Lokale Liaison“ – das klingt schon im Titel an – zielen auf eine sehr ortsspezifische Konzeption der Vermittlung rund um die Ausstellung.

„ortsgespräch“ stellt die Sparte für die Vermittlung und Kommunikation der Ausstellungen an ganz unterschiedliche Erwachsenenkreise dar, um im Kriterium der Zielgruppen zu sprechen. Wir wollen die Ausstellungen vor Ort ins Gespräch bringen, dazu entwickeln wir in Kooperationen mit Gruppen, Vereinen, Einrichtungen und Firmen passende Projekte, die einen gegenseitigen Austausch oder interessante Ansätze künstlerischer Praxis ermöglichen. Ein pädagogisches Programm explizit für Kinder und Jugendliche wird von der Kunstschule entwickelt, welche eng an die Städtische Galerie Nordhorn angeschlossen ist. Daher arbeite ich hier sowohl mit Dr. Thomas Niemeyer, Leiter der Galerie und Kurator der Ausstelllungen, als auch mit Karin Pena, Leiterin der Kunstschule zusammen.

Wir stimmen uns untereinander ab und können so ein recht umfangreiches Programm und ein „Orchester“ der Vermittlungsstrategien anbieten. Ziel dieser Arbeit ist es, eine wirkliche und nachhaltige Auseinandersetzung mit zeitgenössischer Kunst vor Ort zu befördern und Kunst als etwas zu kommunizieren, das uns Alle, auch für unsere persönlichen und alltäglichen Fragen, als eine Quelle der Orientierung nutzen kann.
Mit „Lokale Liaison“ gehen mein Kollege Markus Georg und ich ähnlich vor, entwickeln hier allerdings auch das Vermittlungsprogramm für Kinder und Jugendliche: Markus arbeitet mit Schulklassen in Workshops und Aktionen zusammen, welche dann in das „sprungbrett – Magazin von Kindern Jugendlichen über Kunst und Kultur“ fließen. Das Magazin gibt es dann als Print-Ausgabe sowie online als Blog.

Beide Institutionen werden explizit vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur sowie weiteren Förderern, wie z.B. der VGH Stiftung, der NORD LB und der Grafschafter Volksbank e.G., für die Entwicklung neuer, interdisziplinärer, sich an möglichst viele unterschiedliche Gruppen und AkteurInnen wendende Vermittlung unterstützt. Das ist ein außergewöhnliches und sehr wertzuschätzendes kulturpolitisches Anliegen, weil es viel ermöglicht, nicht nur quantitativ, sondern auch hinsichtlich ganz unterschiedlicher Methoden und Ansätze der Vermittlung, die hier vom Experiment bis zur Reife und Übertragbarkeit auf andere Institutionen entwickelt werden können.

Ich sehe die Kunstvermittlung als etwas an, das die Kunst einerseits immer vor Ort in einer Institution, lokal in Zusammenarbeit mit verschiedenen Personengruppen, unterschiedlichen Öffentlichkeiten und relevanten Themen entwickelt wird und das andererseits ausgehend von der aktuellen Kunstproduktion, ihren Fragen und formalen, bildnerischen Strategien entsteht. Darüber hinaus trägt das Land Niedersachsen beispielhaft etwas zur Praxis und Theoriebildung in der überregionalen und internationalen, sich zunehmend professionalisierenden und vernetzenden Szene der Kunstvermittlung bei.

Neben diesen beiden sehr schönen Programmen gründe ich zusammen mit einem kleinen Team außerdem die Berliner Dependance der „The School of Life“. Hier entwickeln wir ein Programm mit Kursen, Vorträgen und Events, in denen wir uns Ideen, Werken und Thesen aus Philosophie, Psychologie, Kunst und Kultur bedienen, um auf Fragen des alltäglichen Lebens einmal ganz „angewandte“, privatistische Antworten zu finden: Wie kann ich mit Konflikten umgehen? Brauche ich wirkliche eine „Beziehung“? Wie finde ich die Arbeit, die wirklich zu mir passt? Wie lebt man in einer Großstadt? Wie kann ich besser mit den Kollegen und mit meinem/meiner PartnerIn kommunizieren? Interessant ist, dass hier die Richtung geändert wird und z.B. eine Kunstausstellung daraufhin rezipiert wird, was das „Ich“, das Selbst sich hier für das eigene Leben „abschneiden“ kann.

Was verstehst Du unter Kunstvermittlung?
DID: Die Ermöglichung und Initiierung der Auseinandersetzung mit Kunst, bei der alle Beteiligten, die Institutionen, die verschiedenen Teilöffentlichkeiten und auch die KünstlerInnen etwas Neues, aus einem anderen Blickwinkel erfahren und kennenlernen. Mir ist wichtig, dass ein mündiger Umgang mit Kunst, ein „Lesenlernen“ stattfindet und dass wir dadurch auch etwas über die Kontexte der Kunst, in denen sie entsteht, reflektieren können. Kunstvermittlung ist für mich persönlich eine Möglichkeit, mir die Welt zu erschließen.

In was für einem Verhältnis stehen Vermittlung und Kunst (für Dich) zueinander?
DID: Zum einen existiert Kunst, die für sich stehen kann und soll. Zum anderen gibt es ein zunehmendes öffentliches Interesse, diese in ihren Kontexten, in einer Auseinandersetzung zu verstehen. Die Kunst ist eigentlich immer zuerst da und gibt die Impulse für die Konzeption und Durchführung eines Vermittlungsprogramms.

Warum (zeitgenössische) Kunst vermitteln?
DID: Weil der Umgang mit Kunst bildet und weil Bildung viele Türen zu öffnen vermag, ein freieres Denken und Handeln ermöglicht. Kunstvermittlung kann in einem klassisch interdisziplinären Bildungsbegriff Wissen zu Kunst, Kunstformen, Gattungen, Geschichte, Soziologie, Naturwissenschaften usw. verknüpfen, weiter entwickeln und weitergeben. Ganz im kunsthistorischen Verständnis vermag Kunst in Bild und Form zu erfassen, was sich gerade um uns herum ereignet und trägt jetzt dazu bei, Geschichte zu schreiben, abzubilden und/oder sogar kritisch zu hinterfragen.

Außerdem kann Kunstvermittlung den Perspektivenwechsel und die Selbstbildung befördern. Zu verstehen, wer man ist und welche Gestaltungsmöglichkeiten es in der Lebensführung geben kann, das institutionell generierte Kunstverständnis kritisch, aber auch fundiert diskutieren zu können, das sind lebensnotwendige Potentiale, die ich in der Auseinandersetzung mit Kunst sehe.

Mal ist die Kunst explizit gesellschaftlich relevant, spricht aktuelle Debatten an – doch auch, wenn sie zunächst eher weltabgewandt erscheint – immer strahlt durch sie eine bestimmte Perspektive auf das, was uns aktuell begegnet. So wird ganz konkret z.B. unser Verständnis unserer eigenen Arbeit durch die Auseinandersetzung mit dem Begriff von Arbeit bei KünstlerInnen bereichert. Mir bereitet es große Freude stets neue Pfade in der Verknüpfung der Kontexte von Kunst mit der Vielschichtigkeit der Menschen zu suchen. „Lesehilfen“, „Übersetzungen“ und „Ansätze des Umgangs“ mit und für die BesucherInnen zu entwickeln, kann auch für alle Beteiligten zu ganz fruchtbaren Erlebnissen und Erkenntnissen führen.

In welchem Verhältnis siehst Du die Praxis des Kuratierens und der Vermittlung?
DID: KuratorIn und VermittlerIn können sich bestenfalls ergänzen, sich gegenseitig mitnehmen und auch in ihren Arbeitsbereichen wertschätzen, wenn sie in ihrer Praxis einander bedenken, aber jeweils autonom arbeiten und agieren lassen. Das Medium Ausstellung mit einer bestimmten Auswahl von KünstlerInnen, deren Werke und der Entwicklung einer Dramaturgie bzw. Erfahrungsarchitektur im Raum bilden per se schon eine Form der Vermittlung. Meine Arbeit als Vermittlerin betrachte ich auch als eine kuratorische, oder anders gesagt, als planerische, schrittweise Abstimmung der Ausstellungsinhalte mit den pädagogischen Zielvorstellungen und den vielschichtigen Präpositionen der unterschiedlichen Öffentlichkeiten und Gruppen vor Ort. Aus diesem Prozess ergeben sich auch Überlegungen, die die Öffentlichkeitsarbeit am jeweiligen Haus betreffen: Wie kommuniziere ich mit wem? Was kann auch eine Anziehungskraft, ein Interesse für ein bestimmtes Vermittlungsformat wecken? Die Übergänge zwischen kuratorischer, vermittlerischer und Pressearbeit sind fließend und es wird unheimlich fruchtbar, wenn die jeweilig verantwortlichen Personen hierfür produktiv zusammen arbeiten können.

Warum ist Kunstvermittlung für ein Museum / eine Institution wichtig?
DID: Kunstmuseen und Kunstinstitutionen haben, neben den fünf klassischen musealen Aufgaben (sammeln, bewahren, forschen, ausstellen und vermitteln), den darin enthaltenen, öffentlichen Bildungsauftrag zu erfüllen. Die Kunstvermittlung arbeitet in vielfältigen Methoden und Kontexten, um diesen Auftrag zu verwirklichen. Vermittlung kann dabei auch einen eigenständigen Impuls zurück in die Institution und an die Kunst geben im Sinne eines Echos oder eines Feedbacks, eine Relevanz im Hier und Jetzt, vor Ort und im Leben der Menschen herstellen, mit denen sie in einen Dialog tritt.

Wo befinden sich die (institutionellen) Räume, in denen wir über unsere Kunsterfahrungen diskutieren können?
DID: 
In der Ausstellung, im Vereinsheim, in der Firma, in den institutionellen/musealen Bildungsräumen und Werkstätten, aber auch in den eigenen Ausstellungsräumen/im eigenen Atelier, zu Hause am Tisch.

Inwiefern kann Kunstvermittlung dem Publikum einen Handlungsraum eröffnen?
Die Institution kann ein Forum sein, in dem auch (Teil-)Öffentlichkeiten eine größere Sichtbarkeit erhalten, z.B. wenn in der Städtischen Galerie Nordhorn zur Finissage jeder Ausstellung die Ergebnisse aus den Workshops ausgestellt und alle Beteiligten eingeladen werden. Am Kunstverein Wolfsburg wird mit dem „Raum für Freunde“ z.B. konkret Fläche für die eigene Nutzung zur Verfügung gestellt. Der Handlungsraum entsteht aber auch in den BesucherInnen selbst, wenn sie z.B. durch inspirierende Fragen in eine Auseinandersetzung mit sich selbst kommen. Unsere „Inspirationskarten“ für den Gang durch die Ausstellung sind hierfür ein praxiserprobtes Beispiel.

Wann findest Du ist Kunstvermittlung gelungen? Wann findest Du ist Kunstvermittlung schwierig?
DID: Ich finde sie ist z.B. gelungen, wenn die TeilnehmerInnen den Eindruck erwecken, sie hätten ein Aha-Erlebnis und wenn sie wieder kommen oder mir berichten, dass sie jetzt auch in andere Ausstellungen gegangen sind. Sie ist auch gelungen, wenn auf eine gründliche Betrachtung und Diskussion der Werke etwas folgt, was den Transfer zu den BesucherInnen selbst ermöglicht und wenn dies ein wenig vom Werk an sich weggeht – dann hat sich hier etwas konstruktivistisch entwickelt. Schwierig wird es, wenn lediglich Wissen reproduziert wird und die BesucherInnen beim nächsten Mal wieder fragen: „Was muss ich wissen, damit ich das überhaupt verstehen kann?“ Aber das Lernen und auch Vermittlung nur dialogisch und in einem konstruktivistischen Prozess (ernsthaft) stattfinden kann, hat sich in Fachkreisen bereits etabliert, nur wird dieses veränderte Bildungsverständnis in der Praxis nicht überall umgesetzt.

Gibt es eine spezielle Methode oder Strategie mit der Du aktuell arbeitest?
DID: Ich schaue mir die Werke der jeweiligen Ausstellung an, recherchiere, befrage die KünstlerInnen, setze mich mit der thematischen Klammer der Ausstellung auseinander und studiere die Zusammensetzung der Öffentlichkeit vor Ort. Stets versuche ich Gruppen zu finden, die ein inhaltliches Interesse an der jeweiligen Ausstellung haben könnten. Zu vielen Ausstellungen entwickle ich zusammen mit den jeweiligen Projektpartnern künstlerische Forschungssettings, bei denen wir uns mit Methoden der Feldforschung einzelne Aspekte der Ausstellung vertiefend anschauen und in der eigenen Lebenswelt verorten. Daraus entwickeln sich sehr vielschichtige Prozesse und schließlich eigene kleine Ausstellungen.

Seit meinem Volontariat in K21 an der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen suche ich in Form von Salons, kleineren Rundgängen oder hier in Nordhorn mit dem „ortsgespräch des Wissens“ immer auch das intensive Gespräch mit interessanten Menschen aus ganz anderen Berufen, die aus ihrem professionellen Blickwinkel heraus und in Verbindung mit kleinen praktischen Übungen die rein kunstwissenschaftliche Lesart der Werke erweitern können. Damit möchte ich vermitteln, dass wir alle auch aus dem eigenen Wissenskontext heraus eine interessante und ernstzunehmende Lesart von Kunst entwickeln können, die auch erstmal öffnet und Souveränität vermittelt und dann in einem nächsten Schritt durch das Fachwissen ergänzt werden kann.

Woran arbeitest Du gerade?
DID: Bezugnehmend auf die Ausstellung „Verführen“ arbeiten wir in Wolfsburg an einem mehrteiligen Projekt mit SchülerInnen zu den Themen Migration, den damit verbundenen Zuschreibungen und wie es von KünstlerInnen adressiert wird. Wir entwickeln ein Magazin und tauschen uns dazu mit dem Islamischen Kulturzentrum Wolfsburg sowie SchülerInnen der Deutschen Schule in Sharjah aus. Sharjah liegt in den Vereinigten Arabischen Emiraten, einer islamischen Gesellschaft bestehend aus 85% an Zuwanderern, die jedoch kein politisches und kulturelles Mitspracherecht haben.  Migration steht, hier wie dort, unter sehr unterschiedlichen Vorzeichen, auch kulturell. Das möchten wir im Austausch mit den SchülerInnen via E-Mail, Skype, per Post genauer untersuchen. Ein spannendes Projekt, dessen Ergebnisse im Sommer im Islamischen Kulturzentrum präsentiert werden sollen. Im letzten Jahr habe ich als Stipendiatin des Instituts für Auslandsbeziehungen in der Education Abteilung der Sharjah Art Foundation und anlässlich der Sharjah Art Biennial mitgearbeitet – eine tolle, augenöffnende Zeit, aus der heraus sich dieses Projekt entwickelt hat.

In Nordhorn arbeiten wir bezugnehmend auf die Ausstellung „Remember Lidice“ und in Zusammenarbeit mit einem Kunstkurs der 10. Klasse des Gymnasiums an einem Forschungsprojekt, wobei die SchülerInnen eigene Werke zu historischen Ereignissen, aber auch zu aktuellen politischen Themen entwickeln werden. Der Kunstlehrer  unterrichtet ebenfalls das Fach Geschichte, das macht die Diskussionen und die praktische Projektarbeit auch für mich persönlich unheimlich fruchtbar.

Für „The School of Life“ entwickeln wir derzeit den Stamm der DozentInnen sowie das Programm für die ersten Monate. Hier versuchen wir erst den Rahmen zu definieren, indem wir uns thematisch und in den Formaten weiterentwickeln wollen.

Welche Bücher, Projekte etc. sind für Deine Arbeit wichtig – und warum?
DID: Das sind die „Klassiker“ der Kunstvermittlung wie die Texte von Irit Rogoff, Carmen Mörsch oder auch „Der emanzipierte Zuschauer“ von Jacques Rancière, „Von Kunst aus“ von Eva Sturm u.a. Von „The School of Life“  habe ich mich immer wieder gerne inspirieren lassen bezogen auf die Interdisziplinarität, die methodische Verknüpfung von Theorie und Praxis in ihren Kursen und die Bezugnahme auf persönliche Themen und Fragen. Alain de Bottons Buch und Arbeit mit „Art as Therapy“ macht hierzu sehr interessante Perspektiven auf. Auch Nina Simon mit dem Buch „The Particpatory Museum“ oder Daniel Tyradellis mit „Müde Museen“ sind wichtige Referenzen für mich. Dann gibt es ja noch die Programme, Institutionen und die Arbeit von KollegInnen, die ich mir immer wieder mal anschaue: Die Arbeitsweise von Charles Escher am Van Abbemuseum Eindhoven und die dort entwickelten Projekte (welche Daniel Neugebauer hier repräsentiert), Ansätze des „Unlearning“ am historischen Bauhaus und in der Vermittlungsarbeit der Nachfolgestätten in Weimar, Dessau, Berlin, das Institute for International Visual Arts in London mit seinen Forschungsprojekten und Emotional Learning Cards, die Education-Abteilung und Publikationen der Tate Modern in London und des Museum of Modern Art in New York, die GfzK in Leipzig (ich bewundere den kuratorischen Ansatz von Julia Schäfer) und auch das bundesweite Kulturagenten-Programm oder Ausstellungen wie die zum Black Mountain College im Museum Hamburger Bahnhof im letzten Jahr, bilden wichtige Quellen der Ideen für meine Arbeit.

Welche Frage würdest Du gerne einer/m KunstvermittlerIn stellen?
DID: Mich interessiert immer, wie andere KunstvermittlerInnen bei der Planung und Durchführung ihrer Angebote vorgehen. In welchen Schritten sie zu dem Konzept und zu dem Prozess kommen, den sie in ihrer Vermittlung anstoßen. Welche Fragen sie sich stellen und wann sie sagen können, „die Saat ist aufgegangen“.

Wie stellst Du Dir die Zukunft der Kunstvermittlung vor?
DID: Ich wünsche mir, dass sie ein noch zentralerer Bestandteil der Arbeit von Museen und Ausstellungshäusern wird, dass sie sich z.B. in Form eigener Ausstellungen oder Installationen realisiert, dass sie sich mit lebensnahen Themen und Fragen verknüpft, dass Ausstellungshäuser zu Schulen werden, in denen wir für unser Selbst lernen können und in denen wir uns die Welt erschließen. Ich stelle mir vor, dass ein vielfältiges, interessantes Programm weiterhin und gerade in kleineren Orten wie Nordhorn stattfindet.

 

Dörte Ilsabe Dennemann studierte Kulturpädagogik, Kulturwissenschaften & Ästhetische Praxis an der Universität Hildesheim. Als wissenschaftlich-künstlerische Mitarbeiterin entwickelte sie Bildungsangebote, Vermittlungsprojekte und Ausstellungen im Bereich moderner und zeitgenössischer Kunst: im Kellerkino Hildesheim, bei der Liverpool Biennial 2002, im Volontariat der Abt. Bildung in K21 Kunstsammlung NRW, für die Julia Stoschek Collection Düsseldorf, die Neue Nationalgalerie Berlin, das Museum Hamburger Bahnhof f. Gegenwartskunst, den Ausstellungsraum „marke.6“ sowie die ‘Conference on Practice-Based Research’ im Ph.D.-Studiengang Kunst und Design/Freie Kunst der Bauhaus-Universität Weimar. Seit 2010 leitet sie die Kunstvermittlung „Lokale Liaison“ am Kunstverein Wolfsburg sowie das „ortsgespräch“ an der Städtischen Galerie Nordhorn. Dörte Ilsabe Dennemann gibt Fortbildungen und Seminare für Kunsthochschul-DozentInnen und StudentInnen der Kunstvermittlung. Gemeinsam mit Thomas Biller gründete sie „The School of Life“ in Berlin und ist dort mitverantwortlich im Bereich Geschäftsführung & Programmleitung.

Bild: Collage, DID.



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